Yes, we leak

von A.P.

Der Aufschrei und die Entrüstungen im Zusammenhang mit dem Kanzlerinnen Handy und den torpedierten Bürgerrechten sind groß, und die Sicherheitsdiskussion führt am Thema vorbei.

Deutschland schreit nach Gerechtigkeit. Wir werden ausgespäht, hintergangen und von unseren Freunden systematisch hinters Licht geführt. Freunde, das sind angeblich die Amerikaner, heißt es, oder hieß es, denn unser Innenminister, Herr Friedrich, fand gerade deftige Worte, ungewöhnlich harsche Formulierungen. Er droht mit juristischen Maßnahmen, da es sich eine Straftat handelt, womit er zwar Recht hat, aber vor der Wahl wurde dieses Unrecht geduldet, oder zumindest stillschweigend hingenommen.

Aber scheinbar hat Frau Merkel auf den Putz gehauen „so, nicht“, „nicht mit uns“ und wenn wir es auf den Punkt runter brechen hat die Entrüstung lediglich etwas mit dem Merkelschen Ego zu tun, als mit politisch verantwortungsbewusstem Handeln. Wie dem auch sei, mit der CSU hat Frau Merkel gute Poltergeister als Partner, die sich jederzeit, und jetzt gerade im Besonderen, vorzüglich einsetzen lassen, um das EGO wieder herzustellen.

Also wird geschimpft und mit dem Finger wild gestikuliert und selbstverständlich kriechen sofort auch die Sicherheitsexperten aus ihrem Loch, um die Sicherheitsaspekte zu erläutern. Ein jeder versucht von dem Happen runter zu beißen.

Sachlich betrachtet sind die Geheimdienste nicht das Problem, sondern die Vertuschung der dort gesammelten Erkenntnisse. Würden sämtliche nachrichtendienstliche Information offen kommuniziert, wäre die Abschreckung politischen Unfug zu vertuschen weitaus größer, als wenn es in dunklen Kammern in geheimer Mission diskutiert wird.

Alternativ könnte zur Diskussion gestellt werden, ob Deutschland noch einen Geheimdienst braucht, denn es ist immer tugendhafter selbst Änderungen vorzunehmen, als Partnern vorzuschreiben, was sie tun oder lassen sollen. Der Atomausstieg war ein guten Anfang. Nun kann die Reise weitergehen. Wobei Geheimdienste für die Bürger durchaus nützlich sein könnten.

Man stelle sich nur vor, alle Geheimdiensterkenntnisse werden geleaked. Was wäre es für ein Fest zu erfahren, dass beispielsweise die ganze große Koalition schon vor der Wahl beschlossene Sache war, was lediglich von den Wählerinnen und Wählern bestätigt werden musste?

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