Keine Macht der Freiheit

von A.P.

Freiheit hinter dem Zaun

Foto: Freiheit in Sicht | Autor: Antonymus | Lizenz: CC BY SA

Bürgerrechtler wollen mehr Freiheit, während die regierende Opposition auf Sicherheit setzt. Am Ende kann sich nur der Überwachungsstaat durchsetzen, da der Liberalismus den Menschen zuviel Verantwortung abverlangt.

Machen wir uns nichts vor, die Diskussion um die Netzpolitik und Überwachung ist ganz unterhaltsam, jedoch völlig zwecklos, denn die wichtigsten Tatsachen werden ignoriert. Das Volk ist wachsam und hat die Mogelpackung erkannt. Sie kommen dir mit Freiheit und am Ende musst du Verantwortung übernehmen: nein Danke. Nicht mit mir.

Derweil überlegen die kreativen und freiheitlich orientierten Menschen, welcher genetische Defekt, bei all jenen vorliegt, denen der NSA Skandal, die Abhöraffären und der Datenschutz als Komplettpaket am Hintern vorbei schrammt. Und wenn es keine biologischen Ursachen hat, womit ist diese Naivität begründet?

Dabei sind die Bürger weder naiv, noch müssen sie im Genlabor umprogrammiert werden. Sie wollen ihren sicheren Arbeitsplatz und möglichst keine Überraschungen. Die Spannung oder das Abenteuer finden im Urlaub statt. Im Alltag muss es geregelt zugehen und wer eignet sich besser, als Angela Merkel an der Spitze, um diese Wünsche erfüllt zu bekommen?

Auf die Union ist Verlass. Sie wird bei den Menschen jegliche Zweifel beseitigen. Mutti macht das schon, mach du nur ein Kreuz; schau: hier. Die Revoluzzer wählen hingegen die SPD, denn auch von dieser Partei sind keine allzu großen Gefahren oder Überraschungen zu erwarten.

Der Drang nach Stabilität und Sicherheit ist in uns Menschen sehr stark verankert, umsomehr wenn wir eine intakte Familie haben und somit viel auf dem Spiel steht. Es ist leichtfertig oder gar verantwortungslos dieses Kokon zu verlassen, um sich einer ungewissen und gefährlichen Welt auszusetzen.

Bei Freiheit handelt es sich, wie bei der Sicherheit um sehr trügerische Begriffe. In der Realität gibt es weder das Eine noch das Andere im Rundum-Sorglos-Paket ohne Nebenwirkungen – dies wird jedoch von den Befürwortern fälschlicherweise propagiert.

Fairerweise, oder um sachlich zu bleiben, müsste zumindest am Rande erwähnt werden, dass das Leben einerseits unsicher bleibt, andererseits keine absolute Freiheit bietet. Konkreter, ja das Leben ist gefährlich und in der Gesellschaft gilt es die Abhängigkeiten abzuwägen.

Der Trend geht zwar in Richtung Abenteuer und Befreiung, allerdings haben uns sämtliche Regierungen seit dem Wiederaufbau Deutschlands auf die Sicherheit fixiert, und das Resultat sitzt lieber abends auf der Couch, als sich mit Snowden und der NSA zu beschäftigen.

Die Regierung bedient lediglich die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen und die Sicherheit bleibt das stärkste Kaufargument bei Wahlen. Diesen Prozess umzukehren und nun für weniger Sicherheit und mehr Freiheit zu werben wäre an sich schon revolutionär.

Nichtsdestotrotz wäre es machbar. Hierfür müssten die Regierungsvertreter jedoch auch ihr Kokon der Angst verlassen, was sich leicht daher sagt.

[Antonymus // CC BY SA 2.0 DE]

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